Münster hat die Anzahl der Elektrobusse auf 29 erhöht

Elektrobus Mercedes Nachdem die bisherigen Elektrobusse in Münster von VDL aus den Niederlanden gefertigt wurden, stammen die sechs neuen Fahrzeuge von Mercedes. Mit den sechs 18 Meter langen eCitaro G sind erstmals Elektrobusse eines deutschen Herstellers in Münster unterwegs. Die Elektrobus-Flotte der Stadtwerke Münster wächst damit auf 29 klimaschonende und leise Fahrzeuge. Im Laufe des Jahres 2022 sollen es über 50 werden. Ende 2029 soll die gesamte Flotte der Stadtwerke Münster von Dieselbusse auf über 100 Elektrobusse umgestellt sein. Auch ihren mittelständischen Partnerunternehmen im Münsterland bieten die Stadtwerke Unterstützung bei der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe an.

Nicht nur viele Fahrgäste, auch die Busfahrerinnen und -fahrer freuen sich darauf, die neuen Busse zu fahren. Denn alle Elektrobusse sind deutlich leiser als Dieselbusse. Kein Dieselmotor röhrt beim Anfahren im Heck, die Beschleunigung ist leise und ruckfrei. Aber auch die Anwohnerinnen und Anwohner profitieren. Denn die Elektrobusse sind nicht nur abgasfrei unterwegs, sondern haben auch viel weniger Lärmbelastung. Wer nahe einer Haltestelle wohnt, der weiß, wie ein anfahrender 350-PS-Dieselmotor dröhnen kann.

Den Anfang der Umstellung machte 2015 zunächst die Linie 14, die mit elektrischen Solobussen von VDL betrieben wurde. Die ersten Busse hatten noch eine Reichweite von 50 Kilometer. So wurden an den Endhaltestellen Allwetterzoo Münster und am Gallenkamp jeweils eine Schnellladestation errichtet. Seit Sommer 2020 sind die Elektrobusse des niederländischen Herstellers auf der Linie 11 unterwegs. Hier aber als 18 Meter langer Gelenkbus mit einer Reichweite von 250 km und einer Ladestation an der Dieckmannstaße in Gievenbeck. Im Sommer haben die Stadtwerke Münster die Umstellung der Linie 8 vollzogen. Auf dieser längeren Linie zwischen Coerde und Wolbeck sind überwiegend elektrische Gelenkbusse des Herstellers VDL im Einsatz und laden an der Endhaltestelle Coerde an einer Schnellladestation mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt Ökostrom. Nach fünf bis zehn Minuten ist die Ladung beendet und eine voll geladene Batterie reicht dann für mehrere Fahrten, so dass nicht nach jeder Runde zwingend eine Ladung notwendig ist. Die Modelle werden aber auch auf verschiedenen anderen Linien im ganzen Stadtgebiet eingesetzt und laden dann auf dem Betriebshof. Hier fließt der Strom sogar direkt aus den Photovoltaikzellen auf den Hallendächern in die Batterien der Busse.

Zum Einsatz kommen die neuen Busse von Mercedes auf der Linie 11 zwischen St. Mauritz und Gievenbeck. Ein Elektrobus kostet zur Zeit in der Anschaffung deutlich mehr als ein Dieselbus. Dafür ist der Betrieb günstiger als ein Dieselfahrzeug. Die Mehrkosten werden vom Land NRW, dem Bund und auch der EU gefördert. Die Ladestation in Coerde kostet rund 800.000 Euro. Die Stadtwerke zahlen aber nur zehn Prozent dieser Summe, 90 Prozent werden von dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Stadt Münster gefördert. Bei den NWL-Geldern handelt es sich um Mittel aus einem Fördertopf des Landesverkehrsministeriums von Nordrhein-Westfalen.

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