Kreis genehmigt Bauvoranfragen für acht Windräder in Dorsten

Alle geplanten Anlagen sind zwischen 229 und 240 Meter hoch und produzieren jährlich etwa 154 Millionen kWh.. Mit dieser Strommenge könnten über 50.000 Elektroautos jährlich mit grünem Strom CO2-frei fahren. Damit würden 75.000 Tonnen CO2/Jahr vermieden werden.
Für folgende Anlagen wurden die Bauvoranfragen genehmigt: Große Heide in Dorsten (fünf Anlagen Bürgerwind Große Heide und Elwea), Bürgerwind Torfvenn (zwei Anlagen) und Bürgerwind Rombrook (eine Anlage). Noch keine Entscheidung ist bei den Anlagen Dorsten-Mühlenberg und Gälkenheide gefallen, hier hat die Bundeswehr ihr Veto eingelegt.
Dorsten hat eine Menge Potenzial. Auch bei der Windkraft. Lediglich 4,4 Prozent des Potenzials für Windkraftanlagen auf Dorstener Stadtgebiet sind ausgeschöpft. Das möchten die BBWind und Bürgerwind Heiden gerne ändern.
Bei den erneuerbaren Energien hinkt Dorsten hinterher
Drei Anlagen sollen an der A31 in Lembeck-Wessendorf gebaut werden“, sagt uns Projektleiter Manuel Wissing.
In Dorsten sollten sich in diesem Jahr, wenn die Windvorrangzonenplanung genehmigt worden wäre, weitere Anlagen zu den 14 auf dem Stadtgebiet bestehenden hinzugesellen.
Windräder genießen in Lembeck hohe Akzeptanz
Er weiß aus seinem Dorf, welch hohe Akzeptanz die Windräder in weiten Teilen der Lembecker Bevölkerung genießen. Die Lembecker wollten mit der Gründung einer Bürgerstiftung das von neuen Lembecker Windenergieanlagen erzeugte Kapital kulturellen, sportlichen und sozialen Zwecken im Dorf Lembeck zufließen lassen.
25.000 bis 30.000 Euro würden neue Windräder in Lembeck jährlich zur Beflügelung des Dorflebens über die Bürgerstiftung beisteuern.
Die BBWind steuere ein spezialisiertes Team aus Ingenieuren, Kaufleuten, Geographen, Raumplanern, Landschaftsökologen, Bankern und Baufachleuten bei, damit Bürger, Grundstückseigentümer und Investoren ihre Windparks mit professioneller Hilfe errichten können. Über 3000 beteiligte Bürger profitierten von den über 100 von der BBWind betreuten Anlagen. Das bedeutet über die gesamte Betriebslaufzeit der Anlagen eine Wertschöpfung von etwa 1,5 Milliarden Euro. „Das sind Gelder, die in die Region zurückfließen in Form von Gewerbesteuern und Ausschüttungen an die Gesellschafter. Sie kommen aber auch den Herstellern, den Banken, Servicefirmen und Grundstückseigentümern zugute“, betont Heinz Thier.
„Eine moderne Windenergieanlage liefert zukünftig Strom für über 6000 Elektroautos“ – eine für Heinz Thier wünschenswerte Vorstellung, da er Stromerzeugung aus Wind und Sonne momentan für alternativlos hält. Er spricht nicht nur darüber, sondern fährt selbst ein E-Auto, den Opel Ampera, mit Windstrom.
03.05.2019, 14:02 Uhr
„Die fossile Energiewelt geht zu Ende, den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Der Klimawandel fordert von uns allen große Anstrengungen. Das sind wir unseren Kindern schuldig“, sagt Heinz Thier und meint: „Die alte Kohlestadt Dorsten kann wieder Energiestadt werden.“
Der Lembecker Geschäftsführer der BBWind in Münster ist überzeugt: Mit dem Kohle- und Atomkraftausstieg (bis 2022) werden Photovoltaik und Windenergie in den kommenden Jahren die Belieferung der Haushalte mit Strom zunehmend übernehmen. Und in der Flächenstadt Dorsten gebe es gute Voraussetzungen, die Energiewende mit Windenergie zu beflügeln.
Windenergie fasziniert den Lembecker Geschäftsführer der Bäuerlichen Bürger Wind, das verbirgt sich hinter der Abkürzung BBWind, seit jeher. Bei einem Familienurlaub in Greetsiel an der Nordsee in den 1990er-Jahren beschloss Heinz Thier, selbst zum Windmüller zu werden. Greetsiel, das malerische Städtchen in der Krummhörn, hat nicht nur seit ehedem die historischen Zwillingsmühlen vorzuweisen, sondern gehört mit zu der Region, in der sich die Flügel der ersten Windräder schon Ende der 1980er-Jahre drehten.
Garantierte Einspeisevergütung und gute finanzielle Rendite
Die kleine „Windmühle“ mit einer Nennleistung von 600 kWh liefert seitdem zuverlässig Strom und beschert aufgrund der 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung gute finanzielle Erträge, wie Thier sagt.
Die erste Thiersche Windmühle in Lembeck regte weitere Lembecker an, sich vom frischen Wind alternativer Energieerzeugung treiben zu lassen. Zusammen mit Landwirt Bernhard Dahlhaus und 30 Miteigentümern entstand 2002, zehn Jahre vor der Gründung der BBWind, der erste Windpark in Dorsten auf dem Lehmberg in Lembeck.
Heinz Thier: „Die drei Anlagen gingen damals mit jeweils 1500 kwh-Leistung in Betrieb.“ Die Miteigentümer hätten ihre Investitionen nicht bereut, weiß Thier, der zusammen mit Bernhard Dahlhaus Geschäftsführer der „Windenergie Lehmberg“ ist.
Weil die Erträge attraktiv sind und die Nachfrage nach erneuerbaren Energien nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 rasant anstieg, wurde die BBWind, eine Tochter des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), 2012 ins Leben gerufen. Seitdem hat Heinz Thiers BBWind, die zunächst aus nur drei Leuten bestand, mächtig Aufwind bekommen. Heute arbeitet ein 30-köpfiges junges Team in Münster für mehr Bäuerlichen Bürgerwind in der Region. Über die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde direkt nach ihrem Universitätsabschluss eingestellt.
Quelle: Dorstener Zeitung